HV-Akku-Prüfung beim gebrauchten E-Auto — AccuCheck für 99 €
Wir messen SoH, Zellen-Balance und BMS-Fehlerspeicher Ihres Elektrofahrzeugs — bevor Sie kaufen.
Auf einen Blick
- Vor jedem Gebrauchtkauf eines E-Autos über 3 Jahre oder ab 80.000 km — die Herstellergarantie endet meist bei 8 Jahren/160.000 km und 70 % Restkapazität.
- Wir messen den State of Health (SoH) in Prozent. Ein SoH unter 80 % bedeutet spürbar weniger Reichweite und nähert sich der Garantiegrenze.
- Preis: ab 99 € inkl. MwSt. als Zusatzleistung zum Gebrauchtwagencheck — deutlich günstiger als ein Akku-Tausch (oft fünfstellig).
- Nach einem Unfall mit HV-Verdacht ist eine Prüfung durch einen HV-zertifizierten Sachverständigen Pflicht: sonst droht Brand- oder Stromschlaggefahr.
Was der AccuCheck konkret misst
Eine gebrauchte E-Auto-Batterie ist das teuerste Bauteil im Fahrzeug. Ein Tausch kostet meist fünfstellig. Vor dem Kauf wissen Sie aber nicht, wie alt die Zellen wirklich sind. Genau das ändert unser AccuCheck.
Wir lesen die Batterie über die Hersteller-Diagnose aus und prüfen sechs Werte:
- SoH (State of Health): Restkapazität in Prozent vom Neuzustand. 80 bis 100 % gilt als gut, unter 75 % wird kritisch.
- SoC (State of Charge): Der aktuelle Ladestand — wichtig, um die Messwerte sauber zu interpretieren.
- Zellen-Balance: Altern alle Module gleichmäßig? Eine driftende Zelle ist ein Frühwarn-Indikator für späteren Totalausfall.
- BMS-Fehlerspeicher: Das Batterie-Management-System protokolliert Übertemperaturen, Tiefentladungen und Schnelllade-Stress — der Schlüssel zur tatsächlichen Vorgeschichte.
- Hochvolt-Isolation: Ist das HV-System sicher gegen Karosserie isoliert? Der wichtigste Sicherheitswert nach jedem Verdacht auf Crash oder Wassereintritt.
- Lade-Performance: Erreicht der Akku noch die spezifizierte Schnellladeleistung, oder drosselt das BMS dauerhaft?
Die Messung dauert 60 bis 90 Minuten. Sie erhalten ein schriftliches Prüfprotokoll, das Sie für Preisverhandlungen oder im Gewährleistungsfall verwenden können.
Warum nur BVSK-anerkannte Sachverständige mit HV-Stufe 2S+ das dürfen
Arbeiten an Hochvolt-Systemen über 60 Volt sind in Deutschland streng geregelt. Die DGUV-Information 209-093 schreibt mindestens die Stufe 2S vor — also „Fachkundige Person für HV-eigensichere Fahrzeuge". Für Gutachter am nicht-eigensicheren System (etwa nach Unfällen) gilt zusätzlich die erweiterte Qualifikation 2S+ / 3E.
Norbert Keip ist BVSK-anerkannter Sachverständiger für Fahrzeuge mit Elektroantrieb und Hochvolttechnik. Die Anerkennung verlangt eine bestandene BVSK-Akademieprüfung plus den Nachweis der DGUV-Stufe 2S. Werkstätten ohne diese Qualifikation dürfen den HV-Akku weder freischalten noch belastbar bewerten.
Eine reine Sicht- oder Probefahrt-Prüfung beim freien Händler reicht nicht aus. Das Cockpit zeigt nur den aktuellen Ladestand, nicht die Restkapazität.
Sicherheit nach Unfall: HV-Schaden ist kein Karosserie-Schaden
Auch nach leichten Unfällen muss die HV-Anlage geprüft werden. Eine beschädigte Batteriewanne, gequetschte Zellen oder unterbrochene Isolation können einen Thermal Runaway auslösen — eine Kettenreaktion, die das Fahrzeug Stunden später in Brand setzt. Feuerwehren empfehlen 72 Stunden Quarantäne auf HV-Stellplätzen.
Für verunfallte E-Autos sind wir der richtige Ansprechpartner — siehe auch F.02 — Die 130-Prozent-Regel.
Abgrenzung: AccuCheck vs. Hersteller-Zertifikate vs. mobile.de
Online-Marktplätze bieten eigene Batteriechecks an, Hersteller liefern Zertifikate aus dem Servicemenü. Beides hat seinen Wert — ersetzt aber keinen unabhängigen Gutachter:
| Prüfung | Wer macht’s | Aussagekraft | Unabhängig? |
|---|---|---|---|
| Sichtprüfung Werkstatt | jede Werkstatt | gering — nur äußerlich | ja, aber unvollständig |
| mobile.de-/AVILOO-Test | Verkäufer-Service | SoH-Wert, kein BMS-Fehlerspeicher | ja, aber im Verkäufer-Auftrag |
| Hersteller-Zertifikat | Markenhändler | hoch, aber Verkaufsförderungs-Interesse | nein |
| AccuCheck Keip (99 €) | BVSK-Sachverständiger 2S+ | alle 6 Parameter + schriftliches Protokoll | ja, im Käufer-Auftrag |
Der entscheidende Unterschied: Wir arbeiten im Auftrag des Käufers — nicht des Verkäufers, nicht des Herstellers, nicht der Versicherung.
Praxis-Beispiel
Ein Mandant aus dem Rhein-Sieg-Kreis interessierte sich für einen 4 Jahre alten Hyundai Kona Elektro mit 78.000 km für 21.500 €. Der Händler legte ein „Batterie-OK"-Zertifikat vor. Unser AccuCheck ergab: SoH 78 %, Modul-Drift von 4 % bei zwei Zellen, drei Schnelllade-Drosselungs-Einträge im BMS. Bei Garantiegrenze 70 % wäre der Akku binnen 18 Monaten ein Grenzfall. Der Mandant verhandelte mit dem Prüfprotokoll 2.300 € Nachlass. Unser Honorar: 99 €.
Häufige Fragen
Was kostet der AccuCheck genau?
Ab 99 € inkl. MwSt. als Zusatzleistung zum Gebrauchtwagencheck. Den Termin koordinieren wir direkt mit Ihnen oder dem Verkäufer; geprüft wird in unserem Büro in Sankt Augustin oder vor Ort beim Händler.
Wie lange dauert die Prüfung?
Etwa 60 bis 90 Minuten reine Messzeit. Die Auswertung mit schriftlichem Protokoll liefern wir Ihnen innerhalb von 24 Stunden.
Kann ich den AccuCheck auch ohne Gebrauchtwagencheck buchen?
Ja. Der AccuCheck ist eigenständig buchbar. Falls Sie zusätzlich das gesamte Fahrzeug (Karosserie, Fahrwerk, Hohlraum) prüfen lassen wollen, empfehlen wir den Premium-Gebrauchtwagencheck plus AccuCheck.
Was passiert, wenn die Batterie schon einen Schaden hat?
Wir dokumentieren den Befund, geben Ihnen eine Kostenschätzung für Reparatur oder Tausch und unterstützen Sie bei Reklamation gegen den Verkäufer oder Garantieantrag beim Hersteller.
Wir haben einen Unfall mit E-Auto-Beteiligung. Was tun?
Stellen Sie das Fahrzeug nicht in eine Tiefgarage. Rufen Sie uns sofort an: 02241 / 2 52 29 90. Wir kommen mit HV-Schutzausrüstung und prüfen vor Ort, ob das Fahrzeug sicher transportiert werden kann.
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Dieser Artikel ist eine allgemeine Information und ersetzt keine Begutachtung im Einzelfall. Für Ihren konkreten Fall: bitte direkt Kontakt aufnehmen.